Eigentlich hält Microsoft die Karten bei neuer Hardware gerne so lange wie möglich verdeckt. Doch wer seine Prozessoren bei einem Partner wie AMD fertigen lässt, muss damit rechnen, dass dort bei der Vorstellung der Quartalszahlen auch mal Tacheles geredet wird. AMD-Chefin Lisa Su hat am Dienstag das bestätigt, was viele in der Branche schon vermutet haben: Die Entwicklung eines speziellen Chips für die nächste Xbox läuft auf Hochtouren, und technisch ist alles auf einen Launch im Jahr 2027 ausgerichtet.
Das ist deshalb spannend, weil bisherige interne Dokumente - die im Zuge des FTC-Verfahrens geleakt waren - eher auf das Jahr 2028 hindeuteten. Microsoft scheint den Zyklus also um ein Jahr verkürzt zu haben. Das passt ins Bild einer Marke, die sich gerade massiv wandelt. Die aktuelle Generation mit der Series X und S hat bald sechs Jahre auf dem Buckel, und der Druck durch die Konkurrenz sowie den boomenden Handheld-Markt wächst.
Apropos Handheld: Dass die neue Konsole kein klassischer schwarzer Kasten für unter den Fernseher bleiben könnte, deutet Sarah Bond schon länger an. Die Rede ist von einem „sehr exklusiven, hochwertigen Erlebnis“. In der Gerüchteküche verfestigt sich das Bild einer Hybrid-Plattform, die die Grenzen zwischen Konsole und PC verwischt. Der erste Testlauf für diese Strategie ist bereits im vollen Gange: Das im Oktober 2025 erschienene Xbox Ally - ein gemeinsam mit Asus entwickeltes Handheld - zeigt, wohin die Reise geht. Es nutzt Windows 11 als Unterbau und bringt Xbox-Gaming mobil in die Hände der Nutzer.
Es sieht ganz danach aus, als würde Microsoft mit der nächsten Generation den Versuch wagen, die Vorteile eines PCs (Leistung, Offenheit) mit dem Komfort einer Konsole zu kreuzen. Ob die Spieler bereit sind, für dieses „Premium-Erlebnis“ auch Premium-Preise zu zahlen, steht auf einem anderen Blatt. Wenn AMD aber sagt, dass das Silizium 2027 bereit ist, können wir uns darauf einstellen, dass die Marketing-Maschine in Redmond bald den ersten Gang einlegt.
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