PS6: Die KI-Industrie diktiert den Konsolen-Release

Michi Neumann • 17.02.2026
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Sony verschiebt die PlayStation 6 vermutlich auf 2028 oder 2029. Grund sind die hohen Preise für GDDR7 und SSDs durch den KI-Boom.
PlayStation 5 Controller

Dass wir in einer Ära leben, in der Grafikkarten teilweise mehr kosten als ein gebrauchter Kleinwagen, haben wir mittlerweile zähneknirschend akzeptiert. Dass der KI-Hype nun aber direkt deine Gaming-Pläne für die nächsten Jahre durchkreuzt, ist die nächste Stufe der Eskalation. Sony scheint bei der PlayStation 6 die Notbremse zu ziehen. Wer auf einen Release im Jahr 2027 gehofft hat, sollte sich eher auf 2028 oder sogar 2029 einstellen.

Das Problem ist nicht, dass Sony nicht weiß, wie man eine Konsole baut. Das Problem ist der Einkaufswagen. Wenn du heute Komponenten wie GDDR7-Arbeitsspeicher oder High-End-Flash-Speicher bestellen willst, stehst du in der Schlange hinter Tech-Giganten, die diese Chips für ihre KI-Serverfarmen brauchen - und die zahlen Preise, bei denen die Kalkulation einer klassischen Spielkonsole sofort in die Knie geht. Chiphersteller wie Western Digital haben ihre Kapazitäten für 2026 längst an die Big Player im Silicon Valley vergeben. Für Sony bedeutet das: Entweder man bringt die PS6 jetzt für einen Preis jenseits der 800 Euro auf den Markt oder man wartet, bis sich der Markt beruhigt.

Technisch soll die PS6 auf der neuen Orion-Architektur basieren und mit satten 30 GB GDDR7-RAM um die Ecke kommen. Das wäre fast eine Verdopplung gegenüber der aktuellen PS5. In Kombination mit einem verbesserten KI-Upscaling, vermutlich PSSR 2.0, würde das einen massiven Sprung bedeuten. Doch Hardware-Specs sind wertlos, wenn das Endprodukt für den Massenmarkt unbezahlbar wird. Sony hat schlicht keine Lust, jede verkaufte Konsole mit hunderten Euro zu subventionieren, nur weil Nvidia und Co. den RAM-Markt leerfegen.

Für dich an der Konsole ist das aber gar nicht mal die schlechteste Nachricht. Wir kennen das Spiel: Eine neue Generation erscheint, und die ersten zwei Jahre werden fast nur Cross-Gen-Titel veröffentlicht, die die alte Hardware noch mitschleifen. Durch die Verschiebung der PS6 bekommen Entwickler die nötige Zeit, die PlayStation 5 und vor allem die PS5 Pro endlich mal an ihre Grenzen zu bringen. Wir werden also mehr Spiele sehen, die die vorhandene Hardware wirklich ausreizen, statt einer verfrühten PS6-Hardware hinterherzulaufen, die aufgrund von Sparzwängen bei den Speicherpreisen am Ende nur ein lauer Aufguss gewesen wäre.

Sony nutzt die gewonnene Zeit jetzt wohl eher im Labor, um die GPU-Effizienz zu steigern. Am Ende ist es eine einfache Rechnung: Ein Release im Jahr 2028 mit High-End-Specs zum fairen Preis ist für alle Beteiligten besser als ein überhasteter Start mit Hardware-Kompromissen im Jahr 2027.

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