Wieder ein neuer DDoS-Rekord: 22,2 Tbps-Angriff trifft Cloudflare

Michi • 25.09.2025 · 2 Min. Lesezeit
22,2 Tbps: Neuer DDoS-Rekord sprengt alle Dimensionen. Cloudflare wehrt Angriff ab - doch die Bedrohung wächst rasant.
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Ein DDoS-Rekord hält inzwischen so lange wie ein TikTok-Trend. Erst vor wenigen Wochen meldete Cloudflare eine Attacke mit 11,5 Terabit pro Sekunde - jetzt hat ein neuer Angriff diesen Wert einfach mal verdoppelt. Mit 22,2 Tbps und 10,6 Milliarden Paketen pro Sekunde spricht Cloudflare von einem „hypervolumetrischen Angriff“, der gerade einmal 40 Sekunden andauerte.

Zur Einordnung: Das entspricht ungefähr einer Million gleichzeitiger 4K-Streams oder, etwas drastischer, 1,3 Webseitenaufrufen pro Sekunde von jedem Menschen auf der Erde. Zum Vergleich: „normale“ DDoS-Angriffe dümpeln im Bereich von wenigen Gigabit herum. Selbst die früher als monströs geltenden 100 Gbps wirken daneben wie DSL-Light.

Cloudflare konnte den Angriff eigenen Angaben zufolge vollautomatisch erkennen und abwehren. Edge-basiertes Routing, maschinelles Lernen und ein globales Netzwerk machten menschliches Eingreifen überflüssig. Während klassische Scrubbing-Center erst anfangen würden, hektisch Kabel umzustöpseln, hat Cloudflare den Traffic schon an der Quelle neutralisiert.

Die Herkunft des Rekords bleibt noch im Dunkeln. Allerdings gilt das AISURU-Botnetz als Hauptverdächtiger für frühere Rekordangriffe. Das Konstrukt aus rund 300.000 gekaperten Routern, IP-Kameras und DVRs verteilt seine Last über GRE-Tunnel und ist global verstreut. Besonders perfide: Die Infektion begann über manipulierte Firmware-Updates von Totolink-Routern - wer sein Gerät pflichtbewusst aktualisierte, installierte sich damit ungewollt den Botnetz-Agenten.

Die Angriffe folgen dabei einer neuen Taktik: nicht langwierige Dauerfeuer, sondern kurze, extrem intensive Bursts. Diese „Hit-and-Run“-Manöver stellen klassische Verteidigungssysteme vor Probleme, weil Reaktionszeit wichtiger wird als reine Kapazität. Dass Cloudflare hier die Nase vorn hat, mag beruhigend sein - doch die Geschwindigkeit, mit der sich diese Angriffe weiterentwickeln, deutet eher auf den Beginn einer neuen Eskalationsstufe hin.

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