Saft aus, Internet an: Die neuen Regeln bei Lufthansa

Christian Palm • 14.01.2026
3 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Lufthansa kooperiert mit Starlink für Highspeed-Internet ab 2026. Gleichzeitig gelten neue, strikte Regeln für Powerbanks an Bord.
Lufthansa Flugzeug fliegen

Die Lufthansa Group hat ein Herz für digitale Nomaden und all jene, die auch in zehntausend Metern Höhe nicht ohne den gewohnten Netflix-Stream oder das dringende Teams-Meeting auskommen. In einer neuen Kooperation mit Starlink sollen rund 850 Flugzeuge der gesamten Flotte mit Satelliten-Internet ausgestattet werden. Das Ziel ist ambitioniert: Die Konnektivität an Bord soll der Erfahrung am Boden in nichts nachstehen. Man verspricht Breitbandgeschwindigkeiten, die datenintensive Anwendungen wie Cloud-Arbeit oder Streaming problemlos ermöglichen. Dass man erst 2024 stolz den Ausbau mit Viasat verkündete, scheint man in Frankfurt bereits wieder erfolgreich verdrängt zu haben. Flexibilität ist in der Tech-Welt eben alles, besonders wenn die Konkurrenz von oben - im wahrsten Sinne des Wortes - schneller ist.

Besonders charmant für die Reisenden: Das Angebot soll für Statuskunden und Nutzer einer Travel-ID komplett kostenfrei sein, und zwar unabhängig davon, ob man in der First Class Champagner schlürft oder in der Economy um jeden Zentimeter Beinfreiheit kämpft. Ein kluger Schachzug, um die Kundenbindung in einer Zeit zu stärken, in der WLAN im Flugzeug eigentlich so selbstverständlich sein sollte wie die Sicherheitseinweisung. Wer jetzt allerdings schon euphorisch sein Tablet poliert, braucht einen langen Atem. Der Startschuss für die Umrüstung fällt erst im zweiten Halbjahr 2026. Bis die gesamte Flotte mit Elon Musks Satellitentechnik versorgt ist, wird es voraussichtlich 2029. In Tech-Zyklen gerechnet ist das eine Ewigkeit - bis dahin streamen wir vermutlich schon direkt in unsere Kontaktlinsen.

Während die Lufthansa beim Internet in die Zukunft investiert, zieht sie bei der Hardware-Sicherheit die Zügel an. Ab dem 15. Januar 2026 gelten neue, strikte Regeln für die Mitnahme von Powerbanks. Wer gehofft hatte, sein Smartphone während des Fluges entspannt am eigenen Zusatzakku zu laden, wird enttäuscht: Das Nutzen und Laden von Powerbanks ist an Bord künftig untersagt. Maximal zwei dieser mobilen Energiespeicher dürfen pro Person mitgenommen werden, und diese müssen zwingend im Handgepäck bleiben - entweder direkt am Körper, unter dem Vordersitz oder in der Sitztasche.

Die Gepäckfächer über den Köpfen sind für die Akkus ab sofort tabu, genau wie der aufgegebene Koffer. Die Lufthansa setzt damit Empfehlungen von EASA und FAA um, um das Brandrisiko zu minimieren. Wer besonders leistungsstarke Akkus zwischen 100 Wh und 160 Wh dabei hat, muss sich vorab sogar eine Genehmigung einholen. Man könnte fast meinen, die Airline möchte sicherstellen, dass du die Zeit an Bord entweder mit dem neuen Starlink-Internet verbringst oder - ganz nostalgisch - einfach mal aus dem Fenster schaust.

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