Die EU-Kommission macht ernst mit dem Schutz von Minderjährigen im Netz. Mit neuen Leitlinien und dem Prototyp einer Altersverifizierungs-App will Brüssel dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche sicherer surfen - und dabei auch weniger Daten preisgeben müssen.
Kernstück der Empfehlungen: Online-Accounts von Minderjährigen sollen standardmäßig privat sein. Keine öffentlichen Profile, keine neugierigen Follower auf Zuruf. Dazu will die EU Mechanismen wie Lesebestätigungen oder „Streaks“ - also diese beliebten Features, die Nutzer täglich zurücklocken - abschalten lassen. Ziel ist es, Suchtmechanismen und sozialen Druck einzudämmen.
Auch die Empfehlungssysteme sollen transparenter und steuerbarer werden. Jugendliche sollen leichter kontrollieren können, welche Inhalte ihnen vorgeschlagen werden. Angesichts von Algorithmen, die oft darauf optimiert sind, Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden (egal wie toxisch der Content ist), könnte das tatsächlich ein wichtiger Schritt sein.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Altersverifizierung. Der nun vorgestellte App-Prototyp soll es ermöglichen, das Alter sicher und datensparsam nachzuweisen - etwa beim Zugang zu Erwachsenen-Inhalten. Anstatt überall seinen Ausweis hochzuladen, soll die App eine Bestätigung liefern, ohne weitere persönliche Informationen zu verraten. Getestet wird das Ganze erst mal in Dänemark, Frankreich, Griechenland, Spanien und Italien. Perspektivisch könnte das System auch in die geplante europäische eID integriert werden.
All das ist Teil der Digital Services Act (DSA)-Strategie der EU. Mal sehen, wie sich diese Ideen in der Praxis schlagen. Schließlich steht und fällt der Erfolg nicht nur mit der Technik, sondern auch damit, ob Plattformen wirklich mitziehen - oder kreativ im Umgehen von Auflagen werden.
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