EU-Digitalbericht: Glasfaser-Ausbau in Deutschland weiter Schlusslicht
Laut EU-Bericht hängt Deutschland beim Glasfaser- und 5G-Ausbau weiter hinterher. Auch bei KI und Cloud bleibt Europa abhängig von externen Anbietern.
Bildquelle: AMIRUN | pixabay
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Die EU-Kommission hat ihren aktuellen Bericht zur Digitalisierung in Europa veröffentlicht - und wie so oft gilt: Es geht voran, aber viel zu langsam. Besonders beim Breitbandausbau mit Glasfaser und echtem 5G klaffen Anspruch und Realität weiterhin auseinander.
Bis Ende 2024 verfügten 69% der EU-Haushalte über einen Glasfaseranschluss bis zum Gebäude („FTTP“). Das klingt ordentlich, verfehlt aber klar die Zielmarke der Digitalen Dekade 2030, die eine flächendeckende, bezahlbare Gigabit-Versorgung vorsieht. In Deutschland liegt der FTTP-Anteil sogar nur bei 36,8% - immerhin mit überdurchschnittlichem Wachstum. In dünn besiedelten Regionen sieht's nicht ganz so düster aus: Dort erreicht Glasfaser immerhin ein Drittel der Haushalte.
Was die Gigabit-Versorgung angeht, liegt Deutschland mit 77,3% leicht unter dem EU-Schnitt von 82,5%. Noch deutlicher wird die Lücke beim schnellen Festnetz-Internet: Während EU-weit 72% der Anschlüsse mehr als 100MBit/s schaffen, sind es hierzulande nur 53%.
Beim Mobilfunk steht Deutschland zunächst gut da: 99% 5G-Abdeckung - klingt nach flächendeckendem Fortschritt. Doch im entscheidenden 3,4- bis 3,8-GHz-Band, das echtes Highspeed-5G liefert, werden nur 49,5% der Fläche versorgt (EU: fast 68%). Auch hier muss Deutschland also deutlich nachlegen, wenn aus PR-Versprechen echte Infrastruktur werden soll.
Die EU mahnt in ihrem Bericht entsprechend klar: Der Ausbau muss schneller werden. Gerade in ländlichen Regionen sei er nicht nur wirtschaftlich wichtig, sondern auch ein Mittel, soziale Ungleichheiten zu verringern.
Auch jenseits der Netze hakt es: Zwar nutzen Unternehmen zunehmend KI, Cloud und Big Data, doch viele digitale Dienste - auch im öffentlichen Sektor - hängen weiterhin an externen Anbietern außerhalb Europas. Dazu kommt der bekannte Fachkräftemangel im IT-Bereich und eine gefährliche Abhängigkeit bei Halbleitern und Quantenkomponenten.
Ein Drittel bleibt Fragmentierung, ein weiteres Drittel Regulierung - und der Rest wäre eigentlich Technik. Was bleibt: Europa braucht mehr Tempo, weniger Bürokratie und dringend mehr Risikokapital, wenn es digital endlich vorankommen will.
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