Schufa muss Score zeigen - aber nicht ohne Hürden
Ab März 2026 will die Schufa ihren Score transparenter machen. Doch der kostenlose Zugriff ist an ein Konto mit Warteliste und ID-Pflicht geknüpft. Die Details.
Bildquelle: Mohamed_hassan | pixabay.com
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Die Macht der Schufa in Deutschland ist unbestritten; sie entscheidet im Hintergrund über Miete, Kredit und Girokonto. Bisher war der exakte Algorithmus hinter dem vielzitierten Schufa-Score ein Geschäftsgeheimnis, dessen Transparenz mit der eines Atom-U-Boots vergleichbar war. Damit soll ab Ende März 2026 Schluss sein. Nicht aus einem plötzlichen Anflug von Offenheit, sondern weil der Europäische Gerichtshof (EuGH) und andere Instanzen den Druck auf die private Auskunftei erhöhten.
Ab dem genannten Datum verspricht die Schufa, Verbrauchern einen neuen, vereinfachten Score kostenlos und jederzeit zugänglich zu machen. Wer jetzt die Korken knallen lässt, sollte allerdings einen Blick auf das Kleingedruckte werfen. Der Zugriff auf diese neue Transparenz ist an ein Schufa-Konto geknüpft.
Um dieses Konto zu erhalten, steht zunächst eine Registrierung an, die mit einem Platz auf einer Warteliste beginnt. Ist man an der Reihe, folgt die zwingende sichere Identifizierung aus Datenschutzgründen. Aktuell bedeutet das: Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion. Zukünftig soll zwar auch der Weg per Brief offenstehen, aber man muss konstatieren: Das Aufschließen des „gläsernen Schufa-Scores“ erfordert einen gewissen bürokratischen Aufwand. Man könnte fast meinen, die Hürden dienen dazu, den Ansturm der Neugierigen etwas zu dämpfen.
Die Schufa selbst verspricht, der neue Score sei "leicht nachvollziehbar". Er basiert auf zwölf Kriterien, die Punkte im Bereich von 100 bis 999 ergeben. Je näher man der 999 kommt, desto besser wird die Bonität eingeschätzt - eine Art vertrauenswürdiger Highscore fürs Leben. Die Aussage, ein solch komplexes Modell sei "leicht nachrechenbar", darf man mit der gebotenen Skepsis zur Kenntnis nehmen.
Ein weiterer Wermutstropfen: Zur Einführung ist das Schufa-Konto nur über das Web erreichbar. Eine App ist zwar geplant, aber man fragt sich, ob die Auskunftei bei der Entwicklung derselben dieselbe Priorität walten lassen wird wie bei der Abwehr von Transparenzforderungen. Es geht hier, nüchtern betrachtet, primär um Imagepflege und die Vermeidung weiterer juristischer Auseinandersetzungen, nicht um eine Revolution der Benutzerfreundlichkeit. Die Möglichkeit, seine Daten abzufragen, gab es zwar schon vorher, aber eine Vereinfachung des Prozederes ist in der Theorie zumindest begrüßenswert.
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