Während Firefox zuletzt mit positiven Meldungen wie dem verlängertem Support für Windows 7 auf sich aufmerksam machte, folgt nun die Kehrseite. Mozilla stampft zwei seiner experimentellen KI-Dienste ein - Orbit und den Deep Fake Detector. Beide Add-ons werden zum 26. Juni 2025 eingestellt.
Orbit: KI mit Datenschutz-Fokus - bald Geschichte
Orbit war Mozillas Versuch, eine datenschutzfreundliche Alternative zu ChatGPT & Co. zu bieten. Die kleine Seitenleiste im Firefox-Browser konnte Artikel zusammenfassen, Fragen beantworten und Inhalte verständlich erklären - alles lokal verarbeitet, basierend auf einem Mistral-Modell auf Mozilla-Servern. Klingt gut? Ja, leider zu gut. Denn die KI-Sidebar wird nicht weiterentwickelt.
Stattdessen setzt Mozilla auf eine neue Sidebar mit Verknüpfungen zu externen KI-Diensten wie Gemini oder ChatGPT - natürlich inklusive Datenweitergabe. Wer Orbit wegen seiner Privacy-First-Idee genutzt hat, darf sich jetzt an Drittanbieter-Schnittstellen erfreuen.
Deep Fake Detector: KI gegen KI - aber nicht mehr lange
Auch der Deep Fake Detector fliegt raus. Die Erweiterung sollte erkennen, ob Texte von Menschen oder Maschinen stammen. Praktisch gedacht, aber technisch oft unzuverlässig, vor allem bei kurzen oder bearbeiteten Texten. Die zugrundeliegende Engine stammte von Fakespot - einem Mozilla-Tochterprojekt, das bereits 2024 für Stirnrunzeln sorgte.
Offiziell ist von einer strategischen Neuausrichtung die Rede: Mozilla will sich wieder stärker auf den Firefox-Kern konzentrieren. Zwischen den Zeilen liest sich das aber auch als Konsolidierung aus finanziellen Gründen. Denn: Die Projekte kosteten Ressourcen, warfen aber kein Geld ab. Und Mozilla bleibt weiterhin stark abhängig von Googles Suchmaschinen-Deal.
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