Iberien-Blackout: Kein Cyberangriff, sondern Planungsdesaster
Der große Stromausfall in Spanien und Portugal war kein Hackerangriff. Eine neue Analyse zeigt: Netzfehler und fehlende Reservekraftwerke führten zum Blackout.
Bildquelle: Антон Дмитриев | unsplash
2 Min. Lesezeit
Der große Stromausfall auf der iberischen Halbinsel war kein Hackerangriff. Auch nicht die erneuerbaren Energien waren schuld. Nein, es war ganz klassisch: menschliches Versagen und eine fatale Fehleinschätzung durch den Netzbetreiber. Die nun veröffentlichte Untersuchung zum Blackout vom 28. April legt offen, wie binnen 12 Sekunden das gesamte Stromnetz von Spanien und Portugal zusammenbrach und über 50 Millionen Menschen im Dunkeln saßen.
Was war passiert? Spannungsschwankungen im Netz, eigentlich nichts Ungewöhnliches, gerieten außer Kontrolle, weil konventionelle Kraftwerke zur Stabilisierung fehlten. Der Netzbetreiber Red Eléctrica hatte schlicht zu wenig Reservekapazitäten eingeplant. Die entscheidenden Gaskraftwerke? Nicht eingeschaltet. Man rechnete mit Problemen am frühen Morgen, nicht zur Mittagszeit. Ein folgenschwerer Irrtum.
Um 12:32 Uhr kam es dann zur Eskalation: Mehrere Kraftwerke im Süden Spaniens fielen reihenweise aus, 2.200 Megawatt Leistung gingen verloren. Die Netzfrequenz sackte ab, die Spannung stieg weiter und zack: Totalausfall.
Besonders bitter: Einige Anlagen, die eigentlich vertraglich zur Spannungsstabilisierung verpflichtet waren, lieferten nicht die erwartete Leistung. Bezahlt wurde trotzdem. Klingt nach einem ziemlich teuren "Hoopla!".
Immerhin: Cyberangriff ausgeschlossen. Eine Taskforce prüfte mehr als 300GB an Netz- und Systemdaten. Keine Hinweise auf Manipulation. Der Blackout war, man muss es leider so sagen, selbst gemacht.
Auch der oft kritisierte hohe Anteil erneuerbarer Energien war laut Umweltministerium nicht ursächlich. Entscheidend war der fehlende konventionelle Puffer und die Tatsache, dass Spanien und Portugal nur minimal mit dem restlichen europäischen Netz verbunden sind. Drei Prozent Verbindungskapazität sind für zwei ganze Länder schlicht zu wenig.
Positiv: Der Wiederaufbau verlief erstaunlich effizient. Schon am Morgen des 29.April war die Stromversorgung weitgehend wiederhergestellt. Die Notfallpläne funktionierten ... nur die Prävention eben nicht.
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