Google Maps wird in Deutschland langsam zur Allzweck-App für unterwegs. Nach Fernverkehrs-Tickets lassen sich jetzt auch Fahrkarten für Regionalzüge und S-Bahnen der Deutschen Bahn direkt aus der Karten-App heraus kaufen. Der neue Button führt Nutzer allerdings nicht zu einem integrierten Checkout bei Google, sondern leitet auf die Buchungsseite der Bahn weiter. Ganz ohne Browser-Tab-Chaos geht es also doch noch nicht.
Die Funktion startet bundesweit, wobei es laut Deutscher Bahn regionale Ausnahmen geben kann. Einige Verkehrsverbünde kochen digital weiterhin ihr eigenes Süppchen und könnten den Kauf-Button deshalb nicht anzeigen.
Interessanter als der Ticket-Shortcut ist aber eigentlich der Deal im Hintergrund. Google erhält von DB Regio Echtzeitdaten zu Regionalzügen und S-Bahnen. Damit sollen Abfahrts- und Ankunftszeiten in Google Maps präziser werden. Wer regelmäßig auf Anzeigen wie „pünktlich“ vertraut hat und dann trotzdem zehn Minuten am Gleis stand, dürfte das begrüßen.
Die Bahn liefert diese Daten zwar nicht exklusiv an Google, aber die Integration zeigt, wie wichtig Plattformen wie Google Maps inzwischen für die tägliche Mobilität geworden sind. Viele Nutzer öffnen morgens eben zuerst Maps und nicht den DB Navigator. Genau dort will die Bahn künftig sichtbarer sein - inklusive direktem Ticketverkauf.
Google spricht natürlich von einer komfortableren Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und einem Schritt Richtung klimafreundlicher Mobilität. Die Bahn formuliert es etwas pragmatischer: Weniger digitale Umwege sollen mehr Menschen in Regionalzüge und S-Bahnen bringen. Klingt nüchtern, ist aber vermutlich ziemlich realistisch.
Spannend wird, ob andere Verkehrsverbünde oder europäische Bahnunternehmen nachziehen. Google Maps entwickelt sich damit immer stärker von der simplen Navigations-App zur zentralen Mobilitätsplattform. Fehlt eigentlich nur noch, dass man dort irgendwann direkt die obligatorische „Zug fällt heute leider aus“-Pushmeldung mit Kaffee-Gutschein bekommt.
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