Goodbye 2G: Dein eCall-System funkt in Deutschland jetzt auch über 4G und 5G

Nadine Decker • 24.01.2026
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Dein eCall-System im Auto funkt in Deutschland jetzt auch über 4G und 5G. Der Grund: Die alten 2G-Netze werden abgeschaltet. Was das für dich bedeutet.
Notruf Rettungswagen DRK

Dein Auto ruft jetzt mit 4G und 5G um Hilfe. Nicht, weil es ein Upgrade wollte, sondern weil das alte 2G-Netz langsam in Rente geschickt wird. In Deutschland haben Vodafone, O2 Telefónica und die Telekom am Samstag den Next Generation eCall (NG eCall) scharfgeschaltet, sodass das Notrufsystem im Fahrzeug nun auch im LTE- und perspektivisch im 5G-Netz funktioniert.

Wenn dein Auto dann mal nicht nur den Geist aufgibt, sondern wirklich in eine brenzlige Situation kommt, wählt eCall automatisch den Notruf. Standort, Fahrzeugtyp, Treibstoffart, Unfallzeitpunkt, Fahrtrichtung und die Anzahl der belegten Gurte werden an die Rettungskräfte übermittelt. Eine manuelle Auslösung ist natürlich auch möglich. Dieses europaweit funktionierende System ist seit 2018 Pflicht für alle Neufahrzeuge.

Der Grund für den aktuellen Wechsel ist simpel: Die guten alten GSM-Netze, auf denen der ursprüngliche eCall basiert, werden bald abgeschaltet. Die Deutsche Telekom plant das für 2028, Vodafone beginnt 2030 mit dem Rückbau, der bis 2030 dauern soll. Telefónica hat noch keinen genauen Termin genannt, aber auch hier ist die Zeit des 2G-Netzes begrenzt. Das bedeutet: Dein eCall, falls es noch ein 2G-Modell ist, wird irgendwann ins Leere funken, wenn die Netze weg sind. Und das betrifft immerhin fast 16 Millionen Fahrzeuge in Deutschland, die derzeit mit dem alten eCall-System zugelassen sind.

Aber keine Panik, fürs Erste laufen NG eCall und die älteren Systeme noch parallel. Trotzdem ist klar, wohin die Reise geht. Ab dem 1. Januar 2026 erhalten neu entwickelte Pkw und Kleintransporter in der EU nur noch eine Typenzulassung, wenn ihr bordeigenes Notrufsystem 4G oder 5G nutzt. Und ab 2027 dürfen dann gar keine neuen Autos ohne NG eCall mehr zugelassen werden.

Der NG eCall kann übrigens mehr als sein Vorgänger. Statt mageren 140 Bytes Datenpaket sind jetzt umfangreichere Informationen drin. Denk an zusätzliche Sensordaten oder die genaue Aufprallgeschwindigkeit - alles, was Rettungskräften schnell ein besseres Bild vom Unfallgeschehen verschafft.

Der vierte Netzbetreiber, 1&1, hält sich da noch zurück. Ihnen fehlen aktuell die Verträge mit den Automobilherstellern für Flotten-SIM-Karten. Sobald sich entsprechende Partnerschaften ergeben, wollen sie aber ebenfalls NG eCall implementieren.

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