Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland gerät ins Stocken. Ursprünglich sollte das digitale Gesundheitssystem im April regulär starten, doch Kassenärzte fordern mehr Zeit für die Testphase. Zahlreiche Arztpraxen berichten von fehlenden technischen Voraussetzungen und Komplikationen, die einen flächendeckenden Einsatz erschweren.
Hintergrund: Die ePA für gesetzlich Versicherte
Für alle gesetzlich Versicherten wurde bereits eine elektronische Patientenakte angelegt. Sie soll den Austausch medizinischer Daten zwischen Ärzten, Apotheken und Kliniken erleichtern und Patienten mehr Kontrolle über ihre Gesundheitsdaten geben. Doch die Umsetzung läuft bisher nicht reibungslos.
Rund 300 Testpraxen erproben aktuell die ePA - mit teils ernüchternden Ergebnissen:
- Technische Hürden: Fehlende Schnittstellen zu bestehenden Praxisverwaltungssystemen
- Komplexe Handhabung: Ärzte berichten von zeitaufwendigen Prozessen, die den Praxisalltag erschweren
- Unzureichende Schulung: Viele Praxen fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet
Angesichts dieser Herausforderungen halten Kassenärzte einen Start im April für unrealistisch. Sie plädieren für eine längere Testphase, um technische und organisatorische Probleme zu lösen.
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