App-Overload: Deutsche horten 42 Apps auf dem Smartphone

Christian Palm • 08.06.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Laut Bitkom-Studie haben Deutsche im Schnitt 42 Apps installiert. Jüngere deutlich mehr - ältere bleiben zunehmend außen vor.
Social Media-Apps

Wir leben in der App-Ökonomie. Online-Banking, Chat, Shopping, Essensbestellung, Parkticket - es gibt nichts, was nicht über eine App läuft. Eine neue Bitkom-Studie zeigt jetzt: Auf deutschen Smartphones sind im Schnitt 42 zusätzliche Apps installiert. Tendenz? Steigend.

2022 waren es noch 25, 2023 dann 31 - und 2024 sind es 42. Wer unter 30 ist, toppt das locker: Hier liegt der Schnitt bei 55 Apps. Über 65-Jährige bleiben bei rund 21 stehen - vermutlich inklusive der vorinstallierten Taschenlampe. Bitkom nennt das nüchtern „das Betriebssystem des Alltags“. Man könnte auch sagen: Wer keine App hat, ist nicht mehr Teil des Spiels.

Wenig überraschend, dass auch die Wirtschaft längst auf App-Kurs ist: Für 2025 prognostiziert Bitkom ein App-Marktvolumen von 2,2 Milliarden Euro. Monetarisiert wird überall - per Abo, Werbung oder In-App-Kauf. Auch Supermärkte und Drogerien setzen auf eigene Apps mit exklusiven Rabatten. Laut Bitkom haben inzwischen 72 Prozent der Deutschen mindestens eine App eines Lebensmittelhändlers installiert - im Vorjahr waren es noch 58 Prozent.

Das klingt bequem - ist aber auch ein soziales Problem. Ältere Menschen ohne Smartphone bleiben bei vielen Angeboten außen vor. Rabatte, Kundenservice, Bankgeschäfte - all das wandert zunehmend in die App. Wer da nicht mitzieht, verliert Zugänge. Digitalisierung heißt eben nicht immer Teilhabe.

Das Aufräumen? Eher Nebensache. Nur 11 Prozent löschen regelmäßig ungenutzte Apps, weitere 39 Prozent immerhin ab und zu. Der Rest hortet digitale Karteileichen - vielleicht aus Bequemlichkeit, vielleicht aus der Hoffnung, sie „irgendwann“ nochmal zu brauchen.

Wir haben nicht zu viele Apps - wir haben zu wenig Überblick. Und solange jedes digitale Problem gleich mit einer neuen App gelöst werden soll, bleibt nur eins: Speicherplatz freischaufeln und Homescreen-Ordner sortieren. Oder wie Bitkom es nennt: Der Alltag wird immer digitaler - App für App.

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