Apple hat den hauseigenen „Platform Deployment Guide“ aktualisiert und damit eine kleine, aber feine Änderung publik gemacht, die vor allem WLAN-Enthusiasten ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte. Mit den Versionen iPadOS 26.2 und macOS Tahoe 26.2 fallen die künstlichen Fesseln für das 5-GHz-Band. Während sich viele Nutzer bisher damit abfinden mussten, dass ihre Geräte auf diesem Frequenzband maximal 80 MHz breite Kanäle nutzten, steht nun die volle Dröhnung von 160 MHz zur Verfügung. Das ist quasi die digitale Entsprechung dazu, eine zweispurige Landstraße zur Autobahn auszubauen - vorausgesetzt, dein Router spielt nicht nur den mürrischen Verkehrspolizisten, sondern unterstützt dieses Tempo auch.
Profitieren können davon fast alle aktuellen Geräte mit Wi-Fi 6E Hardware. In der Liste finden sich das M4 iPad Pro, das M3 iPad Air und das handliche iPad mini mit A17 Pro Chip. Bei den Macs sind die MacBook Air und Pro Modelle ab der M2-Generation mit von der Partie. Apple hat hier technisch gesehen keine Magie gewirkt, sondern lediglich eine Funktion freigeschaltet, die bei der Konkurrenz oft schon länger zum guten Ton gehört. Es ist dieser klassische Apple-Moment: Man verkauft dir Hardware, die etwas kann, und entscheidet dann zwei Jahre später per Software-Update, dass du nun reif genug bist, diese Leistung auch tatsächlich zu nutzen.
Die Neuerung ist deshalb so relevant, weil sie die Abhängigkeit vom 6-GHz-Band verringert. Klar, 6 GHz ist die schicke, neue Welt ohne Funk-Staus und schreiende Nachbar-WLANs, aber Hand aufs Herz: Die wenigsten haben zu Hause bereits die entsprechende Router-Infrastruktur stehen. Dass man nun im altbewährten 5-GHz-Netz nahezu die maximale Wi-Fi 6E-Geschwindigkeit erreicht, ist ein echtes Komfort-Plus. Wer also große Datenmengen im lokalen Netz schaufelt, darf sich über deutlich kürzere Wartezeiten freuen.
Natürlich gibt es einen Haken, denn Physik lässt sich auch in Cupertino nicht wegdiskutieren. 160-MHz-Kanäle sind im oft überfüllten 5-GHz-Spektrum ein rares Gut. In Mietshäusern mit fünfzehn anderen Routern in Reichweite könnte die automatische Kanalwahl deines Routers schneller wieder auf 80 MHz drosseln, als du „Gigabit-Speed“ sagen kannst. Aber hey, zumindest hat Apple uns jetzt theoretisch die Erlaubnis gegeben, schnell zu sein. Ob die Umgebung mitspielt, ist dann dein privates Problem.
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