Apple hat seine Vintage-Liste aktualisiert. Klingt harmlos, ist es aber nur bedingt. Denn mit dem neuen Eintrag verlieren einige bis heute gut nutzbare Geräte schrittweise ihren Reparatur-Fallschirm. Neu dabei sind das Apple iPhone 11 Pro, das letzte MacBook Air (Retina, 13 Zoll, 2020) mit Intel-Prozessor und die komplette Apple Watch Series 5. Geräte, die sich technisch noch lange nicht wie Oldtimer anfühlen, sind damit offiziell in Apples Ruhestands-Vorhof angekommen.
„Vintage“ bedeutet bei Apple: Der Verkaufsstopp liegt mehr als fünf Jahre zurück. Reparaturen sind weiterhin möglich - aber nur, solange Ersatzteile zufällig noch im Regal liegen. Eine Garantie gibt es nicht. Je nach Modell, Region und Tagesform der Lieferkette kann ein defektes Bauteil also reparierbar sein oder eben nicht. Service nach dem Motto: vielleicht.
Besonders interessant ist das iPhone 11 Pro. Während das größere Pro Max schon früher auf der Vintage-Liste landete, zieht das kleinere Modell erst jetzt nach. Offenbar hat Apple es länger über bestimmte Händler verkauft. Ironie des Ganzen: Softwareseitig ist das Gerät noch voll dabei. iOS 26 läuft offiziell, Performance und Alltagstauglichkeit sind weiterhin solide. Vintage heißt also nicht unbrauchbar, sondern eher: Reparatur mit Ablaufdatum.
Auch das Intel-MacBook Air von 2020 ist nun offiziell Geschichte. Es war das letzte seiner Art und hatte nur ein kurzes Leben, bevor Apple mit dem M1 den Schalter umlegte. Wer heute noch eines nutzt, weiß: Es funktioniert, aber es gehört nicht mehr zur Zukunftsplanung in Cupertino. Immerhin eine Ausnahme gibt es - MacBook-Akkus dürfen bis zu zehn Jahre nach Verkaufsende noch getauscht werden, sofern Teile existieren. Ein seltener Moment von Langzeit-Gnade.
Komplett auf der Vintage-Liste gelandet ist außerdem die Apple Watch Series 5, inklusive aller Materialien und Sondereditionen. Dazu kommen das iPhone 8 Plus mit 128 GB Speicher sowie das iPad Air (3. Generation) mit Cellular. Parallel hat Apple die Obsolet-Liste erweitert: Die Mickey-Mouse-Edition der Beats Solo3 Wireless ist jetzt komplett raus aus dem Hardware-Support. Keine Teile, kein Service, Ende.
Für dich heißt das: Wenn eines dieser Geräte Macken zeigt, lieber früher als später reagieren. Ersatzteile werden nicht mehr nachproduziert, sondern nur noch verteilt, bis nichts mehr da ist. Im Alltag ändert sich vorerst wenig - Updates kommen noch. Aber Vintage ist Apples höfliche Art zu sagen: Plane dein nächstes Gerät besser schon mal mit ein.
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