Man hat sich fast schon daran gewöhnt: Siri ist dieses schimmernde Etwas, das am unteren Bildschirmrand auftaucht - oder drumherum, kurz zuhört und dann hoffentlich das macht, was man will. Doch mit iOS 27 scheint Apple die Identitätskrise seiner Sprachassistentin beenden zu wollen. Berichten zufolge wird Siri aus der reinen Hintergrund-Existenz befreit und bekommt - man höre und staune - eine eigene App.
Das Ganze soll sich laut Mark Gurman von Bloomberg an modernen Chatbot-Interfaces orientieren. Stell dir eine Mischung aus der Nachrichten-App und den typischen KI-Interfaces vor, die wir von der Konkurrenz kennen. Das Ziel ist klar: Apple möchte, dass wir mit Siri echte Konversationen führen, anstatt nur kurze Befehle in den Raum zu werfen. Dass unter der Haube wohl Googles Gemini-Modelle nachhelfen, ist ein offenes Geheimnis, das Apple bisher eher dezent umschifft hat.
Interessant wird es beim Design. Auf dem iPhone soll Siri künftig direkt in der Dynamic Island thronen. Wenn du sie aktivierst, erscheint dort ein schlichtes „Suchen oder Fragen“. Während die KI im Hintergrund rödelt, signalisiert eine kleine Pillen-Anzeige den Fortschritt. Sobald die Antwort steht, klappt ein Panel im neuen „Liquid Glass“-Look auf. Das klingt nach viel optischem Feinschliff für eine Funktion, die jahrelang eher stiefmütterlich behandelt wurde.
Wer keine Lust auf langes Reden hat, bekommt mit „Mit Siri schreiben“ wohl auch eine tiefere Systemintegration für Texte. Es geht also weg vom reinen Voice-Assistant hin zu einem Assistenten, der überall dort auftaucht, wo man gerade Hilfe braucht - egal ob am Mac, iPad oder iPhone. Ob die neue App-Struktur Siri wirklich klüger macht oder nur hübscher verpackt, werden wir im Juni zur WWDC sehen. Bisher war das Problem ja selten das Interface, sondern eher die Treffquote der Antworten.
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