Okay, Freunde, schnappt euch einen Kaffee. Die Saga um den Digital Markets Act (DMA) und Apple? Die nimmt mal wieder eine interessante Wendung. Diesmal im Mittelpunkt steht Setapp Mobile. MacPaws Versuch eines alternativen App Stores für iOS in der EU steht jetzt nämlich vor dem Aus.
MacPaw hat angekündigt, Setapp Mobile am 16. Februar 2026 einzustellen. Der offizielle Grund? "Sich noch entwickelnde und komplexe Geschäftsbedingungen, die nicht zum aktuellen Geschäftsmodell von Setapp passen." Das ist schon eine ziemlich diplomatische Formulierung für das, was da gerade abgeht, oder? Denn diese Entscheidung wirft unweigerlich die Frage auf: Wer hat hier eigentlich die Hausaufgaben nicht gemacht?
Die EU-Kommission scheint ihre Antwort aber schon parat zu haben. Insider berichten, sie wirft Apple vor, "keine Änderungen vorgenommen zu haben, um die Kernprobleme bezüglich ihrer Geschäftsbedingungen, einschließlich deren Komplexität, anzugehen." Kurz gesagt: Die EU findet Apples Bedingungen immer noch viel zu kompliziert und überhaupt nicht DMA-konform.
Doch Apple lässt das so natürlich nicht stehen. Cupertino dreht den Spieß einfach um: Sie beschuldigen die Kommission, die Umsetzung der geforderten Änderungen selbst zu blockieren. "Die Europäische Kommission hat sich geweigert, uns die Änderungen umsetzen zu lassen, die sie selbst angefordert hat", heißt es in einer Apple-Stellungnahme. Sie hätten schon im Oktober einen formellen Compliance-Plan eingereicht, auf den die EU bis heute nicht reagiert habe. Dann wird's deutlich: Apple wirft der EU-Kommission vor, "politische Verzögerungstaktiken" zu nutzen. Der Plan? Die Öffentlichkeit täuschen, die Spielregeln ändern und ein amerikanisches Unternehmen "unfair ins Visier nehmen" - mit "belastenden Untersuchungen und hohen Geldstrafen".
Das ist mal eine Ansage. Apples Argumentation läuft also darauf hinaus: Wir würden ja gerne, aber ihr lasst uns nicht. Klar, aus ihrer Sicht können sie Setapp Mobile nicht die Schuld für das Aus anlasten. Apple zweifelt obendrein wohl grundsätzlich daran, ob es überhaupt Bedarf für alternative App Stores in der EU gibt - und bestreitet, dass Setapp wegen ihrer Aktionen dichtmacht.
Es ist eine klassische Pattsituation, bei der sich die Beteiligten gegenseitig den Ball zuschieben. MacPaws Rückzug ist dabei nur ein Symptom. Ein Symptom einer tieferliegenden Uneinigkeit darüber, wie der DMA in der Praxis tatsächlich funktionieren soll. Und vor allem, wer hier die Verantwortung für das aktuelle Chaos trägt. Wer genau hier die Uhren neu stellen muss? Darüber dürfen wir wohl noch eine ganze Weile spekulieren.
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