Totgesagte leben länger, besonders wenn sie aus Cupertino stammen. Apple hat überraschend iOS 12.5.8 und iPadOS 12.5.8 veröffentlicht. Das ist deshalb bemerkenswert, weil das ursprüngliche iOS 12 mittlerweile über sieben Jahre auf dem Buckel hat und das letzte Lebenszeichen dieser Version bereits drei Jahre zurückliegt.
Der Grund für den plötzlichen Arbeitseifer in der Legacy-Abteilung ist rein technischer Natur. Es geht um digitale Zertifikate. Diese kleinen Sicherheitsanker sorgen im Hintergrund dafür, dass Dienste wie iMessage, FaceTime und sogar die grundlegende Aktivierung des Geräts funktionieren. Viele dieser Zertifikate wären im Januar 2027 abgelaufen, was die betroffenen Geräte funktional in schicke Briefbeschwerer verwandelt hätte. Das aktuelle Update schiebt dieses Verfallsdatum nun nach hinten.
Die Liste der unterstützten Hardware liest sich wie eine Zeitreise in das Jahr 2013. Versorgt werden das iPhone 5s, das iPhone 6 und 6 Plus, das iPad Air der ersten Generation, das iPad mini 2 und 3 sowie der iPod touch der sechsten Generation. Wer eines dieser Geräte noch als Backup, Musikplayer oder für die Smart-Home-Steuerung nutzt, sollte den Download anstoßen.
Besondere neue Features oder gar Design-Anpassungen darfst du natürlich nicht erwarten. Apple liefert hier lediglich die notwendige Wartung, damit die Basisfunktionen erhalten bleiben. Es ist ein seltener Fall von Produktpflege, der weit über die üblichen Branchenstandards hinausgeht - immerhin ist das iPhone 5s mittlerweile fast 13 Jahre alt.
Obwohl bis 2027 noch reichlich Zeit bleibt, schadet es nicht, die Geräte kurz aus der Schublade zu holen und das Update einzuspielen. Es behebt nebenbei die kleinen Software-Spinnereien, die sich über die Jahre ohne Neustart ansammeln können. Wer weiß, vielleicht hält das iPhone 6 so noch bis zum nächsten Jahrzehnt durch.
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