Das MacBook Pro bekommt den Touchscreen, den es nie haben sollte

Nadine Decker • 25.02.26 - 14:56 Uhr
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Apple bricht mit alten Dogmen: Die nächsten MacBook Pros sollen OLED-Displays, Touch-Bedienung und ein Dynamic Island erhalten. Wir analysieren die Änderungen.
MacBook

Apple bereitet hinter den Kulissen offenbar den größten Umbruch in der Geschichte des MacBook Pro vor. Wer die Keynotes der letzten Jahre im Kopf hat, erinnert sich vielleicht noch an die klare Kante: Das iPad ist zum Anfassen da, der Mac zum Arbeiten mit Tastatur und Trackpad. Steve Jobs nannte Touch-Laptops einst „ergonomisch schrecklich“. Doch wie das oft so ist bei Apple - irgendwann wird das Undenkbare zum neuen Standard, wenn die Zeit reif ist (oder die Verkaufszahlen einen neuen Impuls brauchen).

Die kommenden 14- und 16-Zoll-Modelle werden laut aktuellen Berichten nicht nur den lang erwarteten Wechsel auf OLED-Panels vollziehen, sondern tatsächlich berührungsempfindlich werden. Apple plant dabei allerdings keinen radikalen Kahlschlag beim Bedienkonzept. Die Touch-Eingabe soll eher als sekundäre Option fungieren. Damit das Ganze nicht in Frust ausartet, wurde macOS in den letzten Versionen bereits still und heimlich vorbereitet. Das „Liquid Glass“-Design mit seinen großzügigen Abständen zwischen den Menüpunkten war kein Zufall, sondern das Fundament für Fingerkuppen, die nun mal weniger präzise sind als ein Cursor.

Besonders spannend wird die Integration des Dynamic Island. Was wir vom iPhone kennen, wandert nun unter den oberen Bildschirmrand des Macs. Diese pillenförmige Aussparung soll kleiner ausfallen als beim Telefon, bringt aber eine logistische Herausforderung mit sich: Wo landen die klassischen Menüleisten der Programme? Apple scheint hier mit kontextbasierten Bedienelementen zu experimentieren, die direkt neben der „Insel“ auftauchen.

Ein neues, kreisrundes Menü soll zudem erscheinen, wenn du länger auf eine Stelle des Displays drückst. Das klingt im ersten Moment nach einer konsequenten Fortführung der iPad-Logik, wirft aber Fragen zur Ergonomie auf. Den Arm ständig über die Tastatur zu heben, um ein Menü zu bedienen, bleibt mechanisch anstrengend.

Dass Apple gleichzeitig das Dynamic Island beim kommenden iPhone 18 verkleinern will, zeigt, dass man an einer einheitlichen Designsprache über alle Geräteklassen hinweg arbeitet. Ob das MacBook dadurch zum besseren Werkzeug oder nur zu einem sehr teuren iPad-Hybrid wird, entscheidet am Ende wie immer die Software-Optimierung. Die Hardware-Basis mit OLED und Touch ist jedenfalls der deutlichste Abschied vom Erbe der Jobs-Ära, den wir seit Jahren gesehen haben.

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