CarPlay Ultra: Apples Cockpit-Übernahme kommt endlich im Mainstream an

Michi Neumann • 02.02.2026
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Apple CarPlay Ultra expandiert 2026 zu Hyundai und Kia. Erfahre alles über das Ende der Aston-Martin-Exklusivität und Teslas überraschende CarPlay-Wende.
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Bisher war CarPlay Ultra so etwas wie ein digitaler Privatjet: beeindruckend, aber eigentlich nur für Leute mit einem Aston Martin in der Garage zugänglich. Neun Monate nach dem Start im Luxussegment steht nun der Rollout für den Rest von uns bevor. Laut aktuellen Berichten von Mark Gurman (via MacRumors) wird Apples nächste Infotainment-Generation in der zweiten Jahreshälfte 2026 bei den ersten Volumenherstellern landen - allen voran bei Hyundai und Kia.

Dass gerade der Hyundai-Konzern (einschließlich Genesis) den Vorreiter macht, ist ein cleverer Schachzug. Während deutsche Premiummarken wie BMW oder Mercedes-Benz noch skeptisch die Augenbrauen hochziehen, weil sie ihre eigenen (oft mäßigen) Interface-Designs schützen wollen, öffnet Hyundai die Türen für die totale iPhone-Integration. Das System geht weit über das bisherige App-Spiegeln hinaus: CarPlay Ultra übernimmt alle Bildschirme, inklusive Tacho und Drehzahlmesser. Es zieht sich Daten wie Reifendruck, Motortemperatur und Tankfüllstand direkt vom Fahrzeug und verpackt sie in ein Design, das endlich nicht mehr nach "Autoradio von 2012" aussieht.

Besonders spannend ist die Personalisierung. Fahrer können zwischen verschiedenen Design-Presets wählen, die Apple in enger Zusammenarbeit mit den Herstellern entwickelt hat. Wer also im neuen IONIQ 3 sitzt, kann sich ein Cockpit basteln, das perfekt zum Look des Wagens passt, aber die Usability von iOS bietet.

Während General Motors den riskanten Weg geht und CarPlay bei neuen E-Autos komplett streicht, um eigene Abo-Dienste zu pushen, deutet sich bei Tesla eine fast schon historische Wende an. Nach jahrelanger Blockadehaltung soll Elon Musks Unternehmen intern an einer CarPlay-Integration testen. Zwar wird es dort vermutlich nur die Standard-Version in einem Fenstermodus geben - CarPlay Ultra bleibt für Tesla vorerst tabu -, aber allein das Eingeständnis, dass Kunden ihre vertraute iPhone-Umgebung im Auto wollen, ist ein gewaltiger Sieg für Apple.

Der Weg zum massentauglichen Smart Car führt offensichtlich nicht an Cupertino vorbei. Wenn Hyundai und Kia 2026 den Startschuss geben, dürfte der Druck auf die europäischen Hersteller, die sich bisher noch zieren, massiv steigen. Denn am Ende entscheidet oft nicht das Drehmoment über den Autokauf, sondern die Frage, ob sich das Smartphone nahtlos mit dem Dashboard versteht.

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