Jahrelang galt: Macs haben kein Malware-Problem. Das war weniger ein Verdienst magischer Apple-Sicherheit als schlicht Marktanteil - für Angreifer war Windows lukrativer. Doch inzwischen ist Apple die viertgrößte PC-Marke weltweit, und Mac-User gelten als wohlhabende Zielgruppe. Also stellt sich die Frage: Reicht der eingebaute Schutz von macOS, oder sollte man zusätzlich eine Antivirus-Software installieren?
Macworld wollte es genau wissen und prüfte macOS 15.6.1 mit mehr als 130 Malware-Beispielen aus der Sammlung der Non-Profit-Organisation Objective-See. Das Ergebnis: Wer den Systemwarnungen folgt, ist in der Regel sicher. Wer sie konsequent ignoriert, kann sein System dagegen schnell in ein Spam-Festival verwandeln.
Im Test ließ sich tatsächlich allerlei Schadcode installieren - von Trojanern über Fake-Apps bis hin zu nervigen Browser-Hijackern. Der LamePyre-Trojaner tarnte sich etwa als Discord-App und forderte Zugriff auf Mikrofon und Kamera, während MacSecurity sich im Hintergrund festsetzte. Wer hartnäckig alle Schutzmechanismen überging, landete schließlich bei einer kompromittierten Safari-Startseite mit Viagra-Werbung.
Der entscheidende Punkt: macOS blockt oder warnt vor diesen Angriffen. XProtect, Gatekeeper und Notarization sind die drei Kernmechanismen, die Schadsoftware zuverlässig aufhalten - vorausgesetzt, man klickt nicht auf „Ignorieren“ und bestätigt jede Nachfrage. Nutzer, die sich auf App-Store-Apps, vertrauenswürdige Entwicklerseiten und einen Hauch gesunden Menschenverstand verlassen, sind nach aktuellem Stand also gut geschützt.
Antivirus-Software auf dem Mac ist damit kein Muss, sondern eher ein Sicherheitsnetz für Menschen, die sich selbst nicht über den Weg trauen. Denn wie so oft ist nicht das System das schwächste Glied, sondern der Mensch davor.
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