Apple scheint genug von der eigenen Routine zu haben. Berichten zufolge steht beim iPhone die größte Umwälzung seit der Etablierung des Herbst-Events an. Nach Jahren der iterativen Updates, die oft nur Kameras und Prozessoren betrafen, plant Cupertino offenbar eine komplette Neuaufstellung der wichtigsten Produktlinie. Wer dachte, Apple würde sich angesichts der KI-Kritik auf Software konzentrieren, irrt: Das iPhone wird stattdessen noch dominanter, nur eben anders verteilt. Der Auftakt mit dem iPhone Air und den überarbeiteten 17 Pro-Modellen war anscheinend nur der Anfang.
Die Roadmap für die kommenden Jahre liest sich ambitioniert. Im Herbst 2026 soll nicht nur die iPhone 18 Pro-Serie kommen, sondern auch das erste faltbare iPhone. Man kann die Erschütterung im Foldable-Markt fast schon hören. Ein Jahr später, 2027, soll dann ein High-End-Modell folgen, das mit gebogenem Glas und einer unter dem Display versteckten Kamera aufwartet - eine Technologie, an der sich andere Hersteller seit Jahren mit mäßigem Erfolg versuchen.
Noch wichtiger als neue Hardware ist jedoch die Abkehr vom heiligen Gral: dem großen September-Event. Dieser Rhythmus, der 2011 eher zufällig durch Verzögerungen beim iPhone 4S entstand, war lange ein Segen für die Wall Street und das Weihnachtsgeschäft. Inzwischen ist er zur Last geworden. Wenn Marketing, Engineering und Zulieferer gleichzeitig am Limit operieren, passieren Pannen. Der holprige Start von Apple Intelligence 2024 soll intern die Alarmglocken ausgelöst haben, dass diese "Alles auf einmal"-Strategie nicht mehr tragbar ist.
Der neue Plan sieht eine Zweiteilung des Jahres vor. Ab 2026 wird der Herbst zur High-End-Bühne: iPhone 18 Pro, Pro Max und das Foldable. Etwa sechs Monate später, im Frühjahr 2027, folgt dann der Rest: das iPhone 18 Standard, ein 18e und vielleicht ein frisches iPhone Air. Dieser Rhythmus soll die Einnahmen glätten, Teams entlasten und verhindern, dass sich Budget- und Premium-Geräte gegenseitig die Show stehlen. Es erlaubt Apple auch, Samsung mehr als einmal im Jahr zu kontern, statt nur zuzusehen.
Diese Aufteilung schwappt natürlich auf die Software über. Die großen iOS-Updates im Herbst bleiben, aber die Frühjahrs-Updates werden wichtiger als nur Bugfixes. Das neue Siri in iOS 26.4 im nächsten Frühjahr wird hier den Takt vorgeben. Apple verteilt das Risiko (und die Highlights) nun also auf 52 Wochen statt auf 90 Minuten im September.
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