Apple zeigt KI auf der WWDC - aber nur mit angezogener Handbremse

Michi Neumann • 01.06.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
Apple präsentiert zur WWDC 2025 neue KI-Tools für Entwickler. Revolutionäre Features bleiben aus, auch Siri bekommt noch kein Upgrade.
WWDC 2025

Am 9. Juni startet die WWDC, und natürlich drehen sich die Erwartungen mal wieder um das Thema KI. Schließlich hat selbst Samsung einen Galaxy-Knopf. Apple hingegen? Hält die Luft an - und liefert wohl eher Grundlagen als Durchbrüche.

Gezeigt werden sollen laut aktuellen Infos Foundation Models, die Entwickler künftig direkt in ihre Apps integrieren können. Klingt erst mal gut - bis man die Details liest. Apple setzt auf on-device-Modelle mit rund 3 Milliarden Parametern. Zum Vergleich: GPT-4 läuft mit mehr als 1 Billion Parametern, wenn auch in der Cloud. Das ist ungefähr so, als würde man ein Kinderfahrrad als Alternative zur Bahn verkaufen - immerhin ohne Strom.

Die Modelle funktionieren lokal, was Datenschutzfans freuen dürfte, aber eben auch bedeutet: keine komplexen Aufgaben, keine echten Konversationen, keine KI-Revolution. Entwickler bekommen ein Werkzeug, das gerade mal für kleinere Features reicht - also eher ein nettes Add-on als ein Sprung nach vorn.

Auch sonst wird es eher kosmetisch: Apple will die Namensgebung seiner Betriebssysteme vereinheitlichen. Statt iOS 19 oder macOS 16 gibt's ab sofort iOS 26, macOS 26 und Konsorten. Das neue macOS trägt laut Leak den Namen Tahoe. Klingt hübsch, bleibt aber wohl ein Schönheits-Update.

Spannender ist da fast noch das geplante Ende des Game Centers. Eine neue App soll Spiele künftig zentral verwalten - inklusive Titel, die nicht aus dem App Store stammen. Für den Mac ein echter Fortschritt, auf dem iPhone wahrscheinlich ein nettes Icon.

Im Hintergrund arbeitet Apple angeblich an deutlich stärkeren KI-Modellen mit bis zu 150 Milliarden Parametern - allerdings noch ohne Reife für den Markt. Eine überarbeitete Siri, ein ChatGPT-Klon und sogar ein Gesundheitsdienst auf KI-Basis sind in Arbeit, aber: noch nicht vorzeigbar.

Wer also auf „One more thing“ in Sachen KI gehofft hat, wird vermutlich enttäuscht.

Kommentare (0)

Antwort auf:
Kommentar schreiben
CAPTCHA
Hinweis: Dein eingegebener Name und der Kommentartext werden zur Veröffentlichung gespeichert. Weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung.