Apple vor der Zeitenwende: John Ternus als designierter Cook-Nachfolger

Michi Neumann • 07.10.2025
2 Min. Lesezeit • 0 Kommentare
John Ternus gilt laut Bloomberg als Favorit für die Nachfolge von Tim Cook. Apple steht vor einer leisen, aber tiefgreifenden Führungsrevolution.
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Bei Apple bahnt sich der größte Führungswechsel seit über einem Jahrzehnt an. Laut Bloomberg gilt John Ternus, derzeit Senior Vice President of Hardware Engineering, als aussichtsreichster Kandidat, um Tim Cook als CEO zu beerben. Cook, der im November 65 wird, bereitet sich demnach darauf vor, die operative Leitung schrittweise abzugeben - ohne Apple ganz zu verlassen. Wie Mark Gurman berichtet, könnte er künftig als Verwaltungsratsvorsitzender die strategische Linie des Konzerns weiter begleiten. Ein vertrauter Übergang also, kein abruptes Ende.

Ternus ist ein Apple-Mann durch und durch. Seit über 20 Jahren im Unternehmen, seit 2021 für die gesamte Hardwareentwicklung verantwortlich - unter seiner Regie entstanden die jüngsten iPhones, Macs und die hauseigenen M-Chips. In Cupertino gilt er als „Technologe im besten Sinn“: weniger Marketing, mehr Ingenieur. Genau das könnte Apple brauchen, denn mit Themen wie Künstlicher Intelligenz, Mixed Reality oder autonomen Systemen steht der Konzern an einer Schwelle, auf der reine Betriebswirtschaft nicht mehr reicht.

Parallel dazu wird die Chefetage kräftig durchgeschüttelt. COO Jeff Williams, lange als Cook-Nachfolger gehandelt, zieht sich zurück. KI-Chef John Giannandrea steht nach Problemen mit „Apple Intelligence“ und der überarbeiteten Siri-Version vor dem Aus. Selbst Hardware-Urgestein Johny Srouji plant seinen Abschied. Die Liste der Abgänge liest sich wie ein Generationenwechsel auf Raten - und Ternus steht im Zentrum dieser Neuordnung.

Chancen bietet der mögliche Wechsel viele: technologische Fokussierung, frischer Innovationsdrang, zugleich Kontinuität dank Cooks geplanter Rolle im Hintergrund. Risiken gibt's natürlich auch. Ein CEO, der zu sehr aus der Hardware-Ecke kommt, könnte Apples Software- und KI-Ambitionen bremsen. Und intern dürfte es an Machtverschiebungen nicht mangeln - schließlich räumt man in Cupertino selten freiwillig den Platz.

Die Zeichen stehen dennoch klar auf Übergang. Apple bereitet den Machtwechsel behutsam vor - ganz im Cook-Stil: ruhig, kontrolliert, fast unspektakulär. Nur dass die eigentliche Revolution diesmal hinter den Kulissen stattfindet.

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