Apple hat jahrelang das Image gepflegt, dass man mit dem Kauf eines Macs oder iPads nicht nur Hardware, sondern ein komplettes, kostenloses Software-Ökosystem erwirbt. Pages, Numbers und Keynote waren die treuen Begleiter für alle, die keine Lust auf Microsofts Abo-Modell hatten. Damit ist jetzt zumindest teilweise Schluss. Im Rahmen der Ankündigung des „Apple Creator Studio“ hat Cupertino durchblicken lassen, dass die Ära der vollumfänglichen Gratis-Produktivität zu Ende geht. Während die Grundfunktionen zwar kostenlos bleiben sollen, werden neue „intelligente Funktionen“ und Premium-Inhalte hinter einer Bezahlschranke verschwinden.
Hinter dem wohlklingenden Namen Apple Creator Studio verbirgt sich ein Abonnement, das unter anderem Final Cut Pro, Logic Pro und das frisch einverleibte Pixelmator Pro bündelt. Dass Apple nun auch Pages, Numbers, Keynote und später Freeform in diesen kostenpflichtigen Zirkel integriert, ist ein taktisch kluger, wenn auch für Nutzer wenig charmanter Schachzug. Apple verspricht zwar vollmundig, dass diese Suite Schöpfer aller Disziplinen „bevollmächtigt“, meint damit aber primär, dass du für neue Vorlagen, Themes und den Zugriff auf einen sogenannten „Content Hub“ monatlich zur Kasse gebeten wirst.
Besonders spannend wird es bei den „intelligenten Features“. Wir wissen alle, was das im aktuellen Tech-Jargon bedeutet: KI. Apple schlägt hier den Weg ein, den viele Konkurrenten bereits geebnet haben. Wer möchte, dass die Präsentation sich fast von selbst erstellt oder Texte magisch optimiert werden, muss eben Abonnent sein. Es ist die klassische Salami-Taktik: Die App an sich bleibt kostenlos, aber alles, was Spaß macht oder die Arbeit wirklich beschleunigt, kostet extra. Apple betont zwar nüchtern, dass das Erstellen, Bearbeiten und Kollaborieren weiterhin ohne Abo möglich ist, doch wir wissen, wie schnell „Standard-Inhalte“ im Vergleich zu „Premium-Templates“ alt aussehen können.
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