Apple schiebt den Release einiger neuer Features in Europa auf unbestimmte Zeit. Grund: die EU und ihr Digital Markets Act (DMA). Cupertino klagt, die Regeln zwängen es, seine Systeme für Drittgeräte zu öffnen und das sei technisch wie sicherheitstechnisch ein Albtraum.
Konkret betroffen sind Funktionen wie KI-gestützte Live-Übersetzungen für AirPods, iPhone Mirroring oder neue Routing-Features in Apple Maps. Während der Rest der Welt sie bald nutzen darf, heißt es für Europa: warten. Apple argumentiert, es habe „keinen Weg gefunden“, diese Features auch auf Nicht-Apple-Hardware sicher bereitzustellen, ohne Nutzerdaten zu gefährden.
Ganz leer geht die EU aber nicht aus. In der iOS-26.1-Beta verstecken sich Hinweise auf „Notification Forwarding“, das iPhone-Benachrichtigungen auch auf fremde Smartwatches bringt. Außerdem wird das Pairing mit Zubehör außerhalb des Apple-Kosmos erleichtert. Es geht also - zumindest, wenn Cupertino will.
Die Rhetorik bleibt zweischneidig: Einerseits betont Apple, man investiere „tausende Stunden“, um die DMA-Vorgaben umzusetzen. Andererseits warnt das Unternehmen, die Liste der Verzögerungen werde „wahrscheinlich länger“. Dass Apple parallel fordert, den DMA gleich wieder abzuschaffen und durch eine „passendere Regulierung“ zu ersetzen, passt ins Bild.
Die EU bleibt gelassen - bis Ende des Jahres muss Apple liefern, sonst drohen weitere Strafen. Erst im April hatte es wegen App-Store-Verstößen 580 Millionen Dollar abgesetzt.
Am Ende geht es nicht nur um Datenschutz, sondern um Macht. Der DMA will Apples Walled Garden aufbrechen. Apple wiederum signalisiert: Wer die Mauer einreißt, bekommt weniger Blumen im Garten.
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