Apple wird am 1. April fünfzig Jahre alt. Wer in der Tech-Welt dieses Alter erreicht, ohne in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, hat meistens eine Geschichte zu erzählen, die über reine Quartalszahlen hinausgeht. Das denkt sich auch die ARD und widmet dem Konzern aus Cupertino zum runden Geburtstag eine dreiteilige Dokumentationsreihe. Unter dem Titel „Die Apple-Story - Eine Vision verführt die Welt“ versucht der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Spagat zwischen technischem Aufstieg und gesellschaftlichem Phänomen.
Der Zeitplan für die Veröffentlichung folgt dem modernen Standard: Wer linear vor dem Fernseher sitzt, muss bis zum 30. März warten und bis 23:30 Uhr wach bleiben - eine Sendezeit, die eher nach Nischenprogramm als nach Primetime klingt. Deutlich entspannter ist der Zugriff über die ARD Mediathek, wo die drei Folgen bereits ab dem 26. März bereitstehen. Damit umgeht man auch die Gefahr, den eigentlichen Geburtstag am 1. April mit dem Suchen nach dem richtigen HDMI-Kanal zu verbringen.
Inhaltlich arbeitet sich die Serie an den bekannten, fast schon mythologisch aufgeladenen Stationen ab. Es geht um den Garagen-Spirit, den Macintosh, das Exil von Steve Jobs bei NeXT und Pixar und natürlich die triumphale Rückkehr, die schließlich im iPhone gipfelte. Interessant könnte die Doku vor allem durch die Auswahl der Gesprächspartner werden. Die Redaktion hat nicht nur die üblichen Archivbilder aneinandergereiht, sondern Leute vor die Kamera geholt, die tatsächlich dabei waren.
Besonders der deutsche Fokus sticht hervor. Wenn Hartmut Esslinger über das „Snow White“-Design spricht oder der Typograf Erik Spiekermann die Ästhetik des Konzerns analysiert, verlässt die Erzählung hoffentlich die Ebene der bloßen Heldenverehrung. Auch frühe Wegbegleiter wie Daniel Kottke oder Andy Hertzfeld kommen zu Wort, was darauf hindeutet, dass man auch die menschlichen Reibungspunkte der frühen Jahre beleuchtet.
Während die ARD ihr Material bereits sortiert hat, hält sich Apple selbst mit konkreten Ankündigungen zum Jubiläum noch zurück. Tim Cook hat zwar versprochen, den Tag angemessen zu begehen, aber was das in der Welt eines Trillionen-Dollar-Unternehmens bedeutet, weiß niemand. Ob es nur ein schickes Video auf der Homepage oder doch neue Hardware gibt, erfahren wir dann pünktlich zum Aprilanfang. Bis dahin liefert die Doku zumindest das passende Hintergrundrauschen für die Retrospektive.
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