Es war eine der Überraschungen des letzten Jahres: Google hat es tatsächlich geschafft, Quick Share und AirDrop miteinander zum Reden zu bringen. Dass Apple dabei nicht proaktiv mitgeholfen hat, versteht sich von selbst - Google hat die Brücke im Alleingang gebaut. Bisher durften sich allerdings nur Besitzer eines Pixel 10 als exklusive Grenzgänger zwischen den Welten fühlen. Doch wie es aussieht, hat Google ein Einsehen mit den Käufern der Vorjahresmodelle.
In der neuesten Android Canary Build (Version ZP11.251212.007) sind Systemdateien aufgetaucht, die das Herz von Pixel-9-Nutzern höher schlagen lassen. Diese Dateien bilden das Fundament für den direkten Datenaustausch mit dem iPhone. Damit rückt das Feature, das bisher als eines der großen Verkaufsargumente für die 10er-Reihe herhalten musste, deutlich schneller für ältere Hardware in greifbare Nähe. Man könnte fast meinen, Google möchte den Zorn derer besänftigen, die erst vor wenigen Monaten viel Geld für ein Pixel 9 Pro ausgegeben haben.
Interessant ist dabei die Hackordnung innerhalb der Google-Familie. Während die Pixel-9-Serie (inklusive Pro und Fold) wohl als Nächstes bedient wird, schaut das günstigere Pixel 9a momentan noch in die Röhre. In dessen Firmware fehlen die entsprechenden Hinweise bisher komplett. Das Gleiche gilt für die Pixel-8-Reihe und alles, was davor kam. Wer also ein älteres Modell nutzt, muss weiterhin den Umweg über Messenger, Cloud-Dienste oder - ganz nostalgisch - die E-Mail nehmen, wenn er dem iPhone-Kumpel ein Foto schicken will.
Wann genau die Funktion für alle freigeschaltet wird, steht noch in den Sternen. Da die Dateien nun im Canary-Zweig - also dem experimentellen Spielplatz für Entwickler - gelandet sind, ist ein Release mit Android 16 QPR3 im Frühjahr oder spätestens mit Android 17 denkbar. Google zeigt hier zumindest, dass die Interoperabilität kein einmaliger PR-Gag für ein neues Flaggschiff bleiben soll. Ein bisschen Ironie bleibt dennoch: Google investiert massiv Arbeit, um eine Kompatibilität herzustellen, die Apple wahrscheinlich mit einem einzigen iOS-Update wieder torpedieren könnte, wenn man in Cupertino schlechte Laune hat.
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