Google rudert zurück: Drittanbieter-Apps bleiben - mit Hürden

Christian Palm • 13.11.2025 · 2 Min. Lesezeit
Google plant einen „Advanced Flow“, der Sideloading weiter erlaubt, aber stärker absichert.
Android

Google hatte es eigentlich schon beschlossen: Ab 2025 sollte das manuelle Installieren von Apps aus Drittquellen stark eingeschränkt werden. Offiziell ging es um Sicherheit, inoffiziell roch das Ganze eher nach einem Versuch, Android ein Stück geschlossener zu machen. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten - und das laut genug, dass Google nun zurückrudert. Ein kompletter Rückzieher ist es nicht, aber ein spürbarer.

Der frisch angekündigte „Advanced Flow“ soll erfahrenen Nutzern weiterhin erlauben, Apps außerhalb des Play Stores zu installieren. Der Weg dahin wird allerdings gespickt mit Warnungen, Hinweisen und zusätzlichen Klicks. Google will verhindern, dass Nutzer aus Versehen auf Betrüger reinfallen oder durch Social Engineering zu einer Installation gedrängt werden. Der Konzern spricht von „klaren Warnungen“, die nicht einfach weggeklickt werden sollen. Das Ganze erinnert ein wenig an die gute alte „Sind Sie sicher? Sind Sie wirklich sicher?“-Schleife, nur mit mehr Sicherheitsrhetorik.

Der Hintergrund bleibt derselbe: Betrüger nutzen die Offenheit von Android seit Jahren aus, um Nutzer zu gefälschten Banking-Apps oder angeblichen „Sicherheitsupdates“ zu locken. Google will das Risiko verringern, ohne das Ökosystem komplett zu verriegeln. Der Advanced Flow soll genau dieses Gleichgewicht treffen - Komfort runter, Kontrolle rauf.

Parallel dazu beginnt Google mit der Registrierung von Entwicklern, die ihre Apps ausschließlich über den Play Store anbieten. Das ist weniger spektakulär, aber sicherheitsrelevant. Wer aus Drittquellen verteilt, wird künftig genauer beobachtet, wer nicht, kommt in ein weniger risikobehaftetes Raster. Laut Google sollen Nutzer dadurch besser vor Fake-Apps geschützt werden, die zuletzt immer professioneller wirkten - gerade im Banking-Umfeld.

Aktuell befindet sich der Advanced Flow noch in der Testphase. Google sammelt Feedback und will in den kommenden Monaten Details nachliefern. Es ist ein vorsichtiger Kompromiss, der die Android-Offenheit nicht vollständig opfert, aber klar macht, wohin die Reise geht: Mehr Schutz, mehr Kontrolle, weniger Wildwest.

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