Google hat die erste Beta von Android 17 ins Rennen geschickt und räumt dabei direkt mit alten Gewohnheiten auf. Die Zeiten der klassischen Developer Previews sind vorbei; stattdessen setzt man nun auf einen kontinuierlichen Canary-Kanal. Das klingt erst einmal nach mehr Chaos in der Namensgebung, soll Entwicklern aber schlichtweg schnelleren Zugriff auf neue Funktionen ermöglichen. Wer ein Pixel 6 oder neuer besitzt, kann theoretisch sofort einsteigen, sollte sich aber bewusst sein, dass eine frühe Beta selten ein entspannter Begleiter im Alltag ist.
Hinter den Kulissen schraubt Google vor allem an der Konsistenz. Eine der deutlichsten Änderungen betrifft die Skalierbarkeit von Apps. Wer seine Anwendung für Android 17 optimiert, verliert die Freiheit, das Layout starr auf ein Hochformat zu begrenzen. Google zwingt Entwickler dazu, ihre Apps für Tablets, Foldables und Desktop-Umgebungen fit zu machen. Das ist ein längst überfälliger Schritt, um das Android-Ökosystem auf größeren Bildschirmen endlich konkurrenzfähig zu machen. Ausgenommen von diesem Zwang sind lediglich Spiele, was man als Zugeständnis an die technische Realität komplexer Engines werten kann.
In Sachen Medienkompetenz macht Android 17 einen Sprung nach vorn und integriert Unterstützung für Versatile Video Coding, besser bekannt als H.266. Das verspricht eine deutlich effizientere Kompression bei gleichbleibender Qualität, setzt allerdings voraus, dass die Hardware deines Smartphones das auch mitmacht. Wer also kein aktuelles Flaggschiff in der Tasche hat, wird von diesem speziellen Feature vorerst nur auf dem Papier profitieren. Zusätzlich gibt es Verbesserungen bei der Lautstärke-Normalisierung, damit dich der Wechsel zwischen verschiedenen Medien-Apps nicht mehr mit plötzlichen Pegelsprüngen erschreckt.
Für die Vernetzung im Alltag bringt das Update neue Profile für den Companion Device Manager. Fitness-Tracker und medizinische Geräte sollen sich damit reibungsloser in das System integrieren lassen. Auch die Privatsphäre und die Performance bei VoIP-Anrufen wurden angefasst, sodass Anrufe aus Apps wie WhatsApp künftig sauberer in der System-Telefon-App auftauchen. Es sind diese kleinen, unsichtbaren Zahnräder, an denen Google dreht. Spektakuläre neue Design-Spielereien sucht man in dieser Phase noch vergeblich, dafür steht der Zeitplan für die Plattform-Stabilität bereits für März fest. Danach folgen noch einige Monate des Feinschliffs, bevor die finale Version das Licht der Welt erblickt.
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